
Die Asociacion
Maya Nuevo Sembrador Integral
Geschichte
Nach dem Ende des über 30 Jahre andauernden Bürgerkrieges in Guatemala entschied sich eine aus Santiago Attitlán stammende Gruppe von Ex-Guerilleros für einen Neuanfang mit einer gemeinsamen Kooperative. Damit sollten die Ideale, für die sie einst gekämpft hatten, in einem zivilen Leben weiter geführt werden. Die Organisation, die sie dafür gründeten nannten sie AMNSI, Asociación Maya Nuevo Sembrador Integral. Dies bedeutet in etwa: “Vereinigung der neuen organisch arbeitenden Maya-Landwirte“. Nach intensiver Diskussion entschied sich die Kooperative schließlich, sich dem Anbau von Kaffee zu widmen denn der Atitlán-See ist eine der besten Kaffeeanbauregionen in Zentralamerika.
Mit der 1999 schließlich offiziell gegründeten Kooperative sollten nicht nur die heute 60 Mitgliedsfamilien eine neue Lebensgrundlage erhalten, sondern zugleich auch ein Beitrag für die Unterstützung der gesamten Gemeinde geleistet werden. Dazu sagt Diego Tacaxoy, der derzeitige Präsident von AMNSI: „Mit der Idee der Gründung einer Kaffee-Kooperative beabsichtigten wir einen gerechteren Preis für alle Kaffeebauern der Region zu erzielen.“

Fair wiegen und fair zahlen...
Projekte
Neben dem Kaffee hat die Kooperative weitere produktive Bereiche. So werden etwa Bienen und Hasen gezüchtet. AMNSI engagiert sich darüber hinaus aber auch in anderen Bereichen des politischen und sozialen Lebens der Gemeinde. So startete AMNSI bereits im Mai 1997 die Initiative „Schule ohne Wände“, dessen Ziel es war, die Alphabetisierung im ländlichen Raum voranzubringen. Zudem versucht AMNSI Kindern der Kooperative mit kleinen Bildungsstipendien zu einer allgemeinen Schulbildung zu verhelfen. Auch mit der Vergabe von Mikrokrediten wird die Gemeinde unterstützt.
Politisch ist AMNSI heute noch immer der UNRG, der Nationalen guatemaltekischen revolutionären Vereinigung verbunden. So unterhält die Kooperative Kontakte zu anderen Kooperativen und engagiert sich in politischen Kampagnen beispielsweise zur Landfrage.

...das Motto der Kooperative
Hurrikan Stan und die Folgen
Im Jahr 2005 wurde die Kooperative durch den Hurrikan Stan so schwer zerstört, dass darüber nachgedacht wurde AMNSI aufzulösen. Durch internationale Hilfe konnte das Ende von AMNSI jedoch abgewendet werden. Nach der mühseligen Instandsetzung der Felder und Anlagen konnte 2006 schließlich zum ersten Mal der von der Zerstörung verschont geblieben Kaffee nach Berlin exportiert werden. Aus den anfänglichen Kontakten entstand nach und nach eine enge Kooperation zwischen FairBindung und AMNSI. 2009 wurden insgesamt knapp 7 Tonnen Rohkaffee von AMNSI an FairBindung verkauft und nach Deutschland exportiert. Seither versuchen wir diese Menge kontinuierlich zu steigern und somit die Absatzmöglichkeiten für AMNSI zu erhöhen.

2009: Die erste Ernte kommt zurück zu den Produzent_innen
Selbst erzählen
Anstatt weiter aus unserer Perspektive über AMNSI zu berichten, lassen wir die Produzent_innen lieber selbst sprechen. In Kooperation mit FairBindung haben einiger Mitglieder der Kooperative 2009 die Grundlagen der Videoarbeit erlernt und mit diesen Kenntnissen einen Film über sich selbst gedreht. Der Film besteht aus zwei Teilen. Im zweiten Teil ist das sehr interessante “Making of”, also der Entstehungsprozess des ersten Videos zu sehen. Seht selbst:



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